Ausgründungen
Für digitale Produkte, die an Forschungseinrichtungen entstanden sind, ist eine Ausgründung ein guter Weg für eine Vermarktung. Für Gründungen insbesondere auch aus dem Hochschulbereich, gibt es diverse Fördermöglichkeiten. Trotzdem ist auch dies mit Hürden verbunden, denen man begegnen muss. Eine große Hürde ist häufig das fehlende Personal für die Ausgründung. Das heißt, die Wissenschaftler*innen aus dem Projekt müssen Interesse daran haben, das Thema weiter zu begleiten und ein gewisses Unternehmertum mitbringen. Diese Optionen sollten frühzeitig im Projektteam diskutiert werden, damit hier bereits erste Schritte gegangen werden können.
Urheberschaft der Ergebnisse
Gerade im Bereich der transdisziplinären Arbeit kann das Thema der Urheberschaft relevant sein. Werden digitale Anwendungen gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt oder bauen auf deren Überlegungen auf, ist zu klären, wer die Modelle weiter nutzen darf. Dies ist besonders wichtig, wenn die wissenschaftlichen Partner an einer Open Source Veröffentlichung interessiert sind, damit bspw. Modelle oder Datenbanken durch Ausgründungen oder andere Partner weiter genutzt werden können. Wird das Thema von Anfang an unter den Partnern besprochen, lassen sich diese Probleme meist lösen oder zumindest sind die Möglichkeiten für die Nutzung der digitalen Anwendungen nach Projektende klar.
Personalfluktuation
Eine große Hürde der Verstetigung nach Projektende kann auch die Abwanderung von Knowhow sein. Gerade in Universitäten und Hochschulen wird das wissenschaftliche Personal für den Zeitraum der Projekte und mit einem Qualifikationsziel angestellt. Dadurch besteht die Gefahr, dass auch vielversprechende digitale Produkte nicht weiterentwickelt oder vermarktet werden. Lösungen hierfür kann das Aufzeigen von Perspektiven beispielsweise durch Ausgründungen sein, aber auch längere Vertragslaufzeiten können die Probleme abmildern. Aber auch eine gute Dokumentation und Wissenstransfer können hilfreich sein, um hier Lücken zu schließen.
Anschlussfähigkeit an die Praxis
Die Planungshorizonte in der Praxis sind meist deutlich kürzer als die in Forschungsprojekten, insbesondere wenn die Zeit von der ersten Idee bis Beginn des Projekts mit dazu genommen wird. Das kann dazu führen, dass die Entwicklungen in den Forschungsprojekten zwar zu Beginn gefragt sind, aber am Ende des Forschungsprojektes nicht mehr die gleiche Relevanz haben oder in der Praxis schon andere Lösungen gefunden wurden. Eine Möglichkeit diesem Problem zu begegnen ist einerseits, diese unterschiedlichen zeitlichen Verläufe gut zu kommunizieren und so die Erwartungen auf allen Seiten zu vereinheitlichen. Es kann aber auch sinnvoll sein, das Projekt und die Produktentwicklung in kleinere Zyklen aufzuteilen, die dann jeweils direkt in die Praxis übernommen werden können.
Datenschutzvereinbarungen
Für die kommerzielle Verwertung der digitalen Tools sind rechtssichere Datenschutzvereinbarungen unverzichtbar. Diese Vereinbarungen zu schließen und alle Zwecke bereits zu Projektbeginn mitzudenken, ist nicht ganz einfach. Insbesondere, wenn im Projektteam keine rechtliche Expertise vorhanden ist. Eine Lösung kann sein, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die findet sich häufig schon direkt in den Universitäten, Hochschulen oder bei den Praxispartnern.