Wissen bei Stakeholdern
Neue digitale Produkte erfordern auch bei der Zielgruppe ein neues Wissen, z. B. über die Nutzung oder die Bedienung. Insbesondere, wenn neue digitale Technologien wie künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen, wollen die Akteure beim Einsatz im eigenen Unternehmen aber gerne verstehen, wie die Anwendung funktioniert. Abhilfe können hier einerseits Schulungen schaffen, aber auch die Einbindung der Stakeholder im Projektverlauf. Ebenso kann auch ein gutes Nutzerinterface beim Zugang zu digitalen Produkten die Barrieren abbauen.
Akzeptanz und Wille zu Veränderung
Neue digitale Produkte erfordern oft Veränderungen in Unternehmen oder bei Privatpersonen, seien es neue Routinen, die Notwendigkeit von Weiterbildungen oder auch veränderte ökonomische Prozesse. Ist die Zielgruppe des Produkts auch im Forschungsprozess eingebunden, kann diesen Hürden direkt begegnet werden. Dann können Nutzerschnittstellen passend gestaltet werden und durch nutzerzentrierte Entwicklung auch die notwendigen Veränderungen im Alltag minimiert werden.
Inter- und Transdisziplinarität
Bei der Entwicklung von digitalen Produkten im Energiebereich kommen häufig sehr unterschiedliche Disziplinen, z. B. Energietechnik und Informatik, und auch unterschiedliche Kontexte, z. B. Wissenschaft und Praxis, zusammen. Das ist für den Projektkontext häufig eine Bereicherung, weil so neues Wissen entsteht und auch Produkte, die bei einer rein disziplinären Arbeit nicht entstanden wären. Für die Frage der Verstetigung ergibt sich allerdings teilweise die Hürde, dass keiner der Akteure das ganze Wissen bündelt, um eine Vermarktung vorzunehmen. Lösungen können beispielsweise eine gemeinsame Ausgründung sein oder auch der Aufbau neuer Expertise bei den Unternehmen.
Datenschutzbedenken
Digitale Produkte und Anwendungen gehen oft mit der Nutzung von schützenswerten Daten einher. Dafür werden Datenschutzvereinbarungen geschlossen. Die Erfahrung zeigt dabei, dass die Hürde, die Daten für ein Forschungsprojekt zur Verfügung zu stellen, häufig deutlich geringer ist, als wenn diese einem kommerziellen Zweck zugeführt werden, zumindest so lange der Mehrwert nicht eindeutig ersichtlich ist. Gleichzeitig müssen diese Vereinbarungen im Forschungsprojekt frühzeitig geschlossen werden. Die Möglichkeit einer kommerziellen Verwertung sollte da bei Bedarf schon mit abgedeckt werden. Eine Möglichkeit kann sein, diese Optionen offen und frühzeitig zu kommunizieren und auch die Notwendigkeit darzulegen. Gleichzeitig sollte aber auch geprüft werden, ob für die fertig entwickelte Anwendung noch die gleichen Daten benötigt werden oder ob hier vielleicht auch eine geringere Menge an Daten ausreicht.
Digital Literacy
Gerade bei digitalen Produkten, die eine breite Zielgruppe wie beispielsweise Mietende adressiert, ist Digital Literacy (im deutschen häufig als digitale Kompetenz bezeichnet) ein wichtiges Thema. Nicht jede Person hat kognitiv oder organisatorisch einen einfachen Zugang zu digitalen Anwendungen. Das gilt aber nicht nur für Privatpersonen, auch in einigen Unternehmen ist digitale Kompetenz nicht in der Breite vorhanden. Wenn die digitale Lösung also erfordert, dass sie in einem bestimmten Rahmen flächendeckend genutzt wird (beispielsweise in einem Unternehmen oder in einem Mehrfamilienhaus), dann ist dies zu beachten und gegebenenfalls über analoge Lösungen nachzudenken, die als Ergänzung angeboten werden können.