Ökonomische Faktoren

Ökonomische Quantifizierung

Komplexität des Geschäftsmodells

Kostenverteilung

Verschwimmende Systemgrenzen

Finanzierungsmodelle

Ökonomische Quantifizierung
Die Entwicklung digitaler Produkte in Forschungsprojekten dient meist primär dem Erkenntnisgewinn. Wenn die Produkte dann in ein verwertbares Produkt überführt werden sollen, kann die ökonomische Quantifizierung manchmal schwierig sein. Hier empfiehlt es sich, von Anfang an Praxispartner mit in die Diskussion einzubinden, um eine Einschätzung zu erhalten, welcher Mehrwert bei einer Vermarktung in den Vordergrund gestellt werden kann und welchen ökonomischen Wert das entwickelte Produkt hat.
Komplexität des Geschäftsmodells
Zusätzlich erschwert wird die Monetarisierung des entwickelten Produkts dadurch, dass häufig komplexe Probleme in den Forschungsprojekten behandelt werden und dementsprechend auch die Ergebnisse eine hohe Komplexität aufweisen. Die ist zum einen schwerer an potenzielle Kund*innen zu vermitteln und zum anderen auch schwerer in ein Geschäftsmodell zu gießen. Beispielsweise kann es sein, dass das Produkt eine sehr inhomogene Zielgruppe anspricht oder sogar eine Partnerschaft der Anwender*innen erfordert etwa bei neuen Kommunikationsschnittstellen. Hier kann es hilfreich sein, das Produkt in Einzelteile zu zerlegen und so den Komplexitätsgrad zu reduzieren.
Kostenverteilung
Eine große Herausforderung bei digitalen Tools im Energiebereich kann auch sein zu identifizieren, wie die Kosten zu verteilen sind, also wer eigentlich welchen Nutzen am Modell hat. Beispiele hierfür können Effizienztools im Gebäudebereich sein, bei denen der Mehrwert bei den Mietenden auftritt, aber die Motivation zur Implementierung eher bei den Vermietenden liegt. Ein anderes Beispiel sind Automatisierungen im Netzbereich, die nicht durch die Netzentgelte gedeckt werden können.
Verschwimmende Systemgrenzen
Gerade im Energiebereich verschwimmen zunehmend die Systemgrenzen. Der Strombereich ist verknüpft mit Wärme oder Elektromobilität und die Digitalisierung bringt hier die Möglichkeit zu Verknüpfungen auch außerhalb des Energiebereichs, wie Hausautomatisierung. Dadurch gibt es nicht einen Markt, auf dem das Produkt angeboten werden kann und damit auch nicht eine Zielgruppe. Das erhöht wie oben beschrieben die Komplexität. Es kann aber auch eine Chance sein, sich auf einem Markt zu etablieren, für den es noch nicht so viele Produkte gibt oder Unternehmen als Zielgruppe haben, die auf mehreren Märkten agieren oder sich dort etablieren wollen.
Finanzierungsmodelle
Bei einigen digitalen Produkten kann auch die Finanzierung der Infrastruktur bereits eine Herausforderung sein. Dies gilt insbesondere, wenn die Entwicklung des digitalen Produkts wie einer Plattform, Datenbank oder eines Tools von Forschungsinstituten im Projekt erbracht wurde. Da beispielsweise Universitäten kein Produkt vermarkten und damit Geld einnehmen können, aber möglicherweise die Plattformen in ihrem IT-System aufgesetzt haben, ist die Frage, wie eine sinnvolle Kostenverteilung der Infrastruktur aussehen kann oder wie die Anwendungen rechtlich sicher transferiert werden können. Ebenso kann sich bei öffentlich zugänglichen Datenbanken die Frage stellen, wer die Kosten für die Aktualisierung und Datenakquise trägt. Eine Lösung könnte es in diesem Fall auch sein, wenn diese durch öffentliche Stellen gepflegt oder dauerhaft finanziert werden.