Förderbedingungen
Die Förderung von Forschungsvorhaben erfolgt bis zu unterschiedlichen Technologie-Reifegraden (TRL). Bei einer anwendungsorientierten Förderung, wie beispielsweise im Rahmen des Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft undKlimaschutz, ist die Entwicklung bis zu einem Prototyp (TRL 6) meistens Teilder Förderung. Wird bei der Entwicklung schon deutlich, dass aus der Entwicklungein Geschäftsmodell entstehen könnte, sollte gleich eine Fördermöglichkeit im Anschluss bis zur Marktreife sondiert werden. Das kann eine Gründungsförderung,eine unternehmensinterne Förderung oder auch eine Anschlussförderung desForschungsprojekts sein. Dabei sollte mitbedacht werden, dass die Bearbeitungszeiten von Förderanträgen einige Zeit in Anspruch nehmen kann.
Stakeholdervielfalt
Gerade bei digitalen Produkten muss eine wachsende Vielfaltvon Akteuren mitbedacht werden, sowohl in der Entwicklung als auch in denZielgruppen. In der Entwicklung müssen einerseits technische Akteure aus dem Energiebereich eingebunden werden, die die notwendigen energietechnischen Kompetenzen mitbringen. Daneben muss auch das Wissen für die Entwicklung vonSoft- und / oder Hardware vertreten sein. Wenn eine ökonomische Verstetigung angestrebt wird, sollte zudem auch ökonomische Expertise eingebunden werden. Je nachZielgruppe ist es zudem sinnvoll, auch eine sozialwissenschaftliche Perspektive zu berücksichtigen, um eine nutzendenorientierte Entwicklung zu ermöglichen.
Fachkräftemangel
Auch im Forschungsbereich ist der Fachkräftemangel ein großesThema. Zum einen fehlt dadurch qualifiziertes Personal in Forschungsprojekten,zum anderen ergibt sich dadurch auch eine hohe Fluktuation, da beispielsweise Doktorand*innenim Arbeitsmarkt gefragt sind und damit die Gefahr eines großen Wissensabflussesbesteht. Gerade in den Hochschulen fehlen langfristige Mitarbeiter*innen, die dieentwickelten Produkte auch nach Projektende weiterführen oder sogar Interessean einer Ausgründung haben. Zielführend kann es sein, diesePerspektiven frühzeitig zu kommunizieren. Aber auch eine gute Dokumentation undWissenstransfer können hilfreich sein, um hier Lücken zu schließen.
Monopolstellung
Im Energiebereich gibt es teilweise Monopole, die durch die Infrastruktur bedingtsind. Das betrifft zum Beispiel die Fernwärme oder Stromnetzbetreiber. Bei Innovationen und digitalen Produkten in diesen Bereichen, sollte das bei derEntwicklung von Geschäftsmodellen unbedingt mitbedacht werden. Hier bestehthäufig kein rein ökonomisches Interesse, da die Bereiche stark reguliert sind.Hier sollte man die Akteure, die als Zielgruppen in Frage kommen, schonfrühzeitig einbeziehen. So kann der Mehrwert auch auf anderen Ebenen, wieEffizienz, Modernisierung oder Automatisierung, identifiziert werden.
Fehlender Rechtsrahmen
Die Entwicklung von Produkten im Rahmen von Forschungsprojekten hat den Vorteil,dass die Produkte erstmal nicht im ökonomischen Rahmen bestehen müssen, derdurch die Regulatorik gegeben wird und auch die Datenerhebung, die teilweise fürdie digitalen Anwendungen nötig ist, nicht allgemein vom Rechtsrahmen gedeckt wird.Ist dies der Fall oder lässt sich das Modell im aktuellen Rechtsrahmen nicht ökonomischumsetzen, muss dieser Umstand frühzeitig an die Politik kommuniziert werden,damit trotzdem eine Verstetigung der Anwendung möglich ist.