Als positive Umweltwirkungen wurden im Projekt vor allem Energie- und CO2-Einsparungen angestrebt. Die Quantifizierung dieser Wirkungen wurde mittels eines Vorher-Nachher-Vergleichs tatsächlicher Energiemengen versucht, der sich auf unterschiedliche Zeiträume erstrecken kann (in Abh. des jeweiligen Monitoringkonzepts – mobil und/oder stationär). Im Allgemeinen wurden Kennwerte zur Anlagenbewertung in Anlehnung an DIN SPEC 15240 und DIN 18599 gebildet. Einsparungen wurden teilweise messtechnisch
nachgewiesen und teilweise über Hochrechnungen nach allgemeinen physikalischen Regeln bewertet, wobei um Wettereinflüsse gewichtete Bereinigungen vorgenommen wurden. Darauf aufbauend wurden die CO2-Einsparungen ausgehend von den, vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle veröffentlichten, Emissionsfaktoren für Energieaudits berechnet.
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Die erzielten Ergebnisse der Optimierung nach den Normen DIN EN 15232 und ISO 52120 waren bemerkenswert mit durchschnittlichen Stromeinsparungen von durchgängig > 30 %. Gerade das grundsätzliche Einstellen des Volumenstroms (Soll-Ist Abgleich, Anpassen der Betriebszeiten etc.) stellt dabei eine einfach umzusetzende Maßnahme dar, welche sich bereits unter Einsatz des mobilen Monitorings – also unter minimalen Einsatz von Messtechnik und Ressourcen – durchführen lässt. Bei einigen Anlagen können die somit erzielten Einsparungen auch noch deutlich höher als die mittleren 30 % ausfallen. Denn bereits bei einer Verringerung des Volumenstroms um 20 % halbiert sich die Leistungsaufnahme. So konnte der Volumenstrom für die Belüftung des Kellerbereichs einer Beispielliegenschaft um 39 % gesenkt werden, was eine Reduktion des Strombedarfs um 78 % bewirkte. Jährlich können somit ca. 270 MWh bzw. 198 tCO2eqeingespart werden. Mit der Feinjustierung der Anlagen in Abhängigkeit der Raumbelegung/Raumnutzung lassen sich dann weitere Effizienzpotenziale erschließen. Dafür wird jedoch das stationäre Monitoring notwendig, da längere Zeiträume betrachtet werden müssen. Eine weitere positive Umweltwirkung die mit der Optimierung des Betriebs einhergeht: durch die geringe Nutzung, verschleißen die Anlagen auch weniger. Dadurch kann die Lebensdauer deutlich gesteigert werden. Der Projektverbund geht hier von möglichen Lebensdauersteigerungen von bis zu 10 Jahren aus. Ressourcen werden somit länger genutzt und Emissionen vermieden. Ebenso wird die Fehlererkennung vereinfacht bzw. verfrüht, was dazu führen kann, die Anlagen schneller und effektiver zu warten bzw. instand zu halten.
Negative Umweltauswirkungen der digitalen Anwendungen wurden nicht mit in die Bilanz einbezogen. Je nach vorhandener Anlagentechnik und Gebäudeleittechnik fallen die Emissionen, hervorgerufen durch das Monitoring sowie die Datenverarbeitung, in den einzelnen Liegenschaften unterschiedlich hoch aus. Am Beispiel des großen Bürogebäudekomplexes (größte untersuchte Liegenschaft): hier wurden über hundert zusätzliche Sensoren (Lufttemperatur, Bestrahlungsstärke, Luftfeuchte, Präsenzmelder, CO2, Druck) ca. 50 Zähler (Strom, Volumenstrom, Wärmemengen), mehrere Kommunikationssysteme (BUS-Systeme, Router, Repeater, Laptops) und mehrere hundert Meter Kabel (Strom, Luft, LAN) für das stationäre Monitoring zusätzlich installiert. Insgesamt entsteht bei dieser Liegenschaft ein Datenaufwand von 10 GB/Jahr. Bei solchen, vergleichsweise komplexen, Liegenschaften kann es zudem zu weiteren Hürden kommen, die die Effektivität der Maßnahmen verringern können. Hier ist vor allem die Gebäudeleittechnik bzw. deren Zugänglichkeit (geschlossene Schnittstellen, Fehlen der Expert*innenebene) zu nennen, welche die Umsetzbarkeit der Handlungsempfehlungen zur Betriebsoptimierung erschweren kann. Prädiktive Regelstrategien, die ggf. noch höhere Einsparpotenziale mit sich bringen würden, sind somit oftmals nur kostspielig umsetzbar. Gleichzeitig ist es sinnvoll, die Anlagenbetreiber*innen bei der Umsetzung der möglichen Betriebsoptimierungsstrategien (z.B. manuelles Einstellen des Volumenstroms oder der Betriebszeiten) zu unterstützen, da sich im Projekt zeigte, dass diesbezüglich z.T. wenig Expertise und vorherige Berührungspunkte existieren. Trotz der materiellen Aufwände und technisch-organisatorischen Hürden, konnten auch bei großen Liegenschaften Stromeinsparungen von durchgängig > 30 % realisiert werden.